OECD-Studie „Bildung auf einen Blick 2011“: Deutschland weiter Mittelmaß

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In ihrem jährlichen Bericht hat die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) Deutschland wie erwartet nur mittelmäßige Noten gegeben. Der Bericht ist eine Sammlung mit grundlegenden Daten zu den Bildungssystemen der 34 Mitgliedsländer und erfasst alle Aspekte der Bildungspolitik wie Abschlussquoten, Beteiligung an Weiterbildung, Finanzausstattung oder Ressourcenverteilung in den Bildungssystemen.

Die Ergebnisse im Überblick

Abschlüsse: Mit einem Anteil der Bevölkerung mit Abitur oder Berufsausbildung von 85 Prozent liegt Deutschland an neunter Stelle und damit oberhalb des Durchschnittes der untersuchten Staaten von 73 Prozent.

Studienanfänger: 2010 erreichte die Zahl der Studienanfänger mit 46 Prozent eines Jahrganges den bisher höchsten Stand, der OECD-Durchschnitt liegt allerdings bei 59 Prozent.

Hochqualifizierte: Der Anteil an jungen Erwachsenen mit Hochschul- oder Fachschulabschluss oder Meisterbrief ist in den letzten 50 Jahren kaum gewachsen und liegt heute bei 26 Prozent, wodurch Deutschland im Vergleich einen der untersten Plätze belegt.

Hochschulabsolventen: Die Zahl der Absolventen ist in den vergangenen Jahren zwar gestiegen, ist mit rund 29 Prozent aber immer noch geringer als in den meisten anderen untersuchten Staaten. Nur Mexiko, die Türkei, Slowenien und Spanien schneiden noch schlechter ab.

Bildungsausgaben: Gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP) sind die deutschen Investitionen in Bildung zurückgegangen. 1995 gaben öffentliche und private Stellen in Deutschland 5,1 Prozent des BIP für Bildungseinrichtungen aus, 2008 waren es nur noch 4,8 Prozent. Im OECD-Vergleich investieren nur Tschechien und die Slowakei weniger. Spitzenreiter wie Island, Korea, Norwegen oder die USA kommen auf über sieben Prozent.

Fazit

“In Deutschland hängt der Bildungserfolg stärker als in vielen anderen Ländern vom sozialen Hintergrund der Schüler und Studenten ab”, so der Leiter des OECD Centre in Berlin, Heino von Meyer. Der Experte hat wenig Verständnis dafür, dass die rohstoffarme Bundesrepublik nicht mehr auf ihren Nachwuchs setze. “Deutschland wird nur wettbewerbsfähig bleiben, wenn es auf Innovationen setzt. Und dafür braucht es sehr gut ausgebildete Menschen.” Der Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, Ulrich Thöne, weist darauf hin, dass Bildung weit mehr sei, als für den Beruf fit zu machen. Bildung sei darüber hinaus der Schlüssel zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und fördere den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

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